Zeichnen

Dein eigener Zeichenstil - Musst du überhaupt einen finden?

Hast du auch schon oft gehört, dass du deinen eigenen Zeichenstil finden musst, um aus der Masse herauszustechen? Ich habe es oft genug gehört. Besonders als Textildesignerin habe ich auch andersherum gesagt bekommen, dass ich meinen Stil verloren habe. Ich hätte immer gesagt, dass ich noch auf der Suche nach meinem eigenen Style bin. Sei es beim Zeichnen oder bei meinem Kleidungsstil. Aber ich habe gezeichnet und mich gekleidet, also vermutlich auch innerhalb eines bestimmten Styles. Mehr oder weniger bewusst.

Der Vorteil für mich persönlich war damit, dass ich mich nie wirklich festgelegt habe und mich relativ leicht bestimmten Aufgaben und Anforderungen an meine Arbeiten anpassen konnte. Das war besonders im Studium von Vorteil, jeder Dozent hat dann halt einen anderen Style vorgelegt bekommen. Trotzdem hatte ich immer das Gefühl, dass ich zumindest meinen eigenen Zeichenstil finden muss. Vielleicht war ich auch einfach nicht mit dem Style, den ich oft verwende nicht zufrieden. Sobald man zeichnet, nutzt man einen bestimmten Style, würde ich behaupten. Sei es einer, den man gerade kopiert oder einer, mit dem man sich einfach wohlfühlt, oder einer der einem leicht fällt.

Mein Zeichenstil

Ich persönlich versuche immer wieder so realistisch wie möglich zu zeichnen. Das scheint die Basis meines persönlichen Stils zu sein und ich komme immer wieder zu Bleistiftzeichnungen zurück, weil es mir damit am leichtesten fällt so realistisch wie möglich zu zeichnen. Mit der Zeit habe ich dann angefangen Farbe zu meinen Zeichnungen hinzuzufügen. Und daraus hat sich dann der Style, mit dem ich im Moment sehr zufrieden bin entwickelt: Bleistiftzeichnungen kombiniert mit Aquarellfarben.

Diese Entwicklung hat einige Jahre gedauert. Einerseits, weil ich häufig vollständig aufgehört habe zu zeichnen und andererseits weil ich nicht wirklich sagen konnte was mir eigentlich wirklich gefällt.

Mit dem Stil meiner letzten Zeichnungen war ich nun jedoch so zufrieden, dass ich glaube nun endlich meinen Style gefunden zu haben. Diese Zeichnungen habe ich als Teil einer kleinen Kooperation gemacht und sind in den folgenden Videos zu sehen.

Sketch of three Costubers
Meine drei aktuellsten Zeichnungen.
Thumbnail Video Portraits of Costube: Sketching Rachel Maksy
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Thumbnail Video Portraits of Costube: Sketching SnappyDragon
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Thumbnail Video Portraits of Costube: Sketching Kaitlyn Bower
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Meine Empfehlung für die Entdeckung des eigenen Zeichenstils

Doch was habe ich eigentlich bezüglich des eigenen Styles finden gelernt? Und noch viel wichtiger, was würde ich anderen empfehlen?

  1. Man hat immer einen eigenen Zeichenstil. Einfach dadurch, dass man zeichnet, bestimmte Elemente kopiert und vor allem in manchen Sachen gut und anderen nicht zu gut ist.
  2. Der eigene Stil entwickelt sich von selbst, allerdings ist Voraussetzung, dass man zeichnet.
  3. Ausprobieren ist in meinen Augen das A und O um seine eigenen Vorlieben zu finden und diese auszuarbeiten.
  4. Es lohnt sich andere zu kopieren und daraus zu lernen. Nicht um sich zu vergleichen, sondern um etwas Neues zu lernen und dies mit den bereits erlernten Techniken zu kombinieren.
  5. Die Kombination aus verschiedenen Techniken kann unglaublich spannende Resultate hervorbringen.
Portrait of SnappyDragon in pencil next to the original photo
Das Originalbild neben meiner Zeichnung.

Wenn du also auf der Suche nach deinem eigenen Zeichenstil bist, dann ist meine Empfehlung auszuprobieren. Such dir Techniken raus, die dir gefallen, kopiere andere. YouTube ist diesbezüglich eine wahre Fundgrube, aber lass dich bitte nicht entmutigen, weil andere so viel besser erscheinen, sie haben nur schon echt viel Übungszeit hinter sich gebracht. Und das wichtigste überhaupt: Übe! Ich war immer sauer, wenn ich wieder mal an den Punkt gekommen bin, dass ich gemerkt habe, dass es genau das ist, was mir fehlt, die Motivation zu üben. Denn andere sind ja einfach so super gut in ihrer Technik und nicht, oder? Nein, ich habe einfach nur noch nicht so viel Zeit damit verbracht diese oder jene Technik auszuprobieren und zu verbessern.

Ein letzter Tipp zum Schluss: Material, wie die besten Stifte, das perfekte Papier und ähnliches braucht man nicht. Ich habe mir einiges gekauft, aber die Arbeiten mit denen ich im Nachhinein am zufriedensten bin, sind vollkommen unabhängig vom Material. Die schlechtesten Bleistifte auf Papier, das eigentlich für Aquarell gedacht ist hat trotzdem ein Porträt hervorgebracht, mit dem ich endlich mal wieder zufrieden bin.

Und nun ein allerletzter Tipp: Tricksen ist erlaubt! Ich bin beispielsweise nicht sonderlich gut darin menschliche Proportionen richtig zu treffen. Also habe ich angefangen diese von Fotos durchzuzeichnen. Natürlich gibt es Künstler, die das problemlos können und darüber die Nase rümpfen würden, aber soweit bin ich einfach noch nicht und werde es vielleicht auch nie sein. Trotzdem kann ich durch diesen Trick Zeichnungen erstellen, mit denen ich zufrieden bin und die nicht aussehen als würde die abgebildete Person aus einem Alptraum kommen.

Nun die wichtigsten drei Punkte nochmal zusammengefasst:

  1. Üben, üben, üben.... (und sei es nur ein paar Minuten am Tag.)
  2. Unterschiedlichste Materialien und Techniken ausprobieren bis es sich einfach gut und natürlich anfühlt so zu arbeiten.
  3. Spaß haben und neugierig sein, der Rest kommt dann von selbst.

Material, das ich für die Zeichnungen hier verwendet habe:

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